Felgen
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Felgen
Als Felge wird der Teil des Rades ohne Reifen genannt, der auf dem Radflansch sitzt und somit das Verbindungsglied zwischen Fahrwerk und Reifen darstellt. Hergestellt in den meisten Fällen aus Leichtmetall (Guss oder geschmiedet) oder Stahl. Leichtmetall Felgen haben einen Gewichtsvorteil gegenüber den meisten Stahlfelgen, was die sog. 'Ungefederten Massen' reduziert (besseres Ansprechen der Federung z.B).
Leichtmetallfelgen werden meistens auch wegen Ihrer Optik bevorzugt eingesetzt.
Bezeichnungen
- Üblicherweise wird die Größe einer Felge in zwei Zahlen ausgedrückt: AxB". Maß ist immer Zoll (selten metrische Angaben). A entspricht der Breite der Felge. Die Felgenbreite wird zwischen den Felgenhörnern gemessen (dem Innenabstand) und auch als Maulweite bezeichnet.
B bezeichnet den Durchmesser der Felge. Der Felgendurchmesser wird zwischen den Felgenschultern ermittelt. Er entspricht dem Innendurchmesser des zu verwendenden Reifens.
- Als 'Hump' werden ein bzw. zwei rundumlaufende Erhebungen im Felgeninneren genannt, die verhindern sollen, dass der Reifen nach innen in das Tiefbett rutscht.
- Tiefbett bezeichnet eine Felgenbauform, bei welcher der Stern, resp. die Speichenfläche, im Durchmesser kleiner ist als die Felgenbette.
Zur genaueren Erklärung siehe hier: Erklärung mit Bildern
- Als mehrteilige Felgen/'Split rim' bezeichet man eine Bauform bei der der Stern in der Mitte mit zwei Felgenbetten verschraubt wird. Dies bietet den Vorteil, dass sich die Breite und die Einpresstiefe (siehe nächstes Kapittel) individuelle anpassen lässt. Zwischen den Felgenteilen befinden sich Dichtringe damit schlauchlose Reifen gefahren werden können. Es ist daher nicht ratsam, diese Felgen zu zerlegen, da bei falscher Remontage Undichtigkeiten und Verzug entstehen kann.
ET oder Einpresstiefe/Offset
Als Einpresstiefe bezeichnet man den Abstand der Felgenmitte zum Radflansch, bzw. dessen Auflagefläche an der Felge. Von einer neutralen Einpresstiefe (= ET0) spricht man, wenn sich der Flansch genau in der Felgenmitte befindet.
Eine Negative Einpresstiefe (=ET -##) ergibet sich, wenn der Flansch über die Mitte hinaus richtung PKW verschoben ist. Die Felge steht so weiter vom Flansch ab bzw. steht weiter vom PKW ab.
Eine positive Einpresstiefe (= ET##) bezeichnet ein Verschieben des Flansches in die andere Richtung; die Felge steht weiter nach innen bzw. verschwindet tiefer im Radkasten.
Die Einpresstiefe einer Felge ist ein sehr wichtiger Parameter, da sie das Lenkverhalten und Handling eines Fahrzeuges beeiflusst und ausserdem maßgeblich für die Spurbreite des Fahrzeuges ist. Optisch spielt die ET auch eine Rolle, da durch die Wahl verschiedener ETs bestimmt werden kann, wie eine Felge im Radkasten steht.
Bei Fronantrieblern wie dem Mini werden üblicherweise positive Einpresstiefen verwendet.
LK oder Lochkreis
Der LK oder Lochkreisb bezeichnet die Lage und Anzahl der Löcher für die Aufnahme des Rades über die Radschrauben oder Bolzen am Fahrzeug. dazu gibt es 2 Zahlen. AxBmm. A bezeichnet die Anzahl der Löcher (mindestens 3, meistens 4 oder 5 oder mehr bei Geländewagen und LKW). B bezeichnet den Durchmesser des Kreises auf welchem sich die Löcher befinden.
Ein Mini hat einen Lockreis von 4 Zoll oder 101,6mm! Angabe hier wäre also: 4x101,6mm.
Bei felgen mit ungerader Lochzahl wird der Abstand von einem Loch zu einem virtuellen Kreis, der durch alle Löcher mittig hindurch verläuft, gemessen. Bei geraden Lochzahlen der der Mitte zweier sich am weitesten aussernander befindlichen Löcher.
Felgen mit dem üblichn Lochkreis von 4x100mm(!) passen beim Mini NICHT und müssen mit Adapterplatten oder speziellen Radschrauben befestigt werden.
Felgen für Mini
Für den Mini gibt es eine schier unendliche Vielzahl an Leichtmetallfelgen. Standartmäßig gab es von 1959 bis 1984 Stahlfelgen der Dimension 3.5x10" mit 135er oder 145er Reifen. Diverse Hersteller und Ausführungen. Für den Cooper S in den 60ern und 70ern gab es die Option auf sog. 'reverse rims' der Dimension 4.5x10" mit gelochtem Stern.
Für den 1275GT gab es 4.5x12" Stahlfelgen die über die größere Bremse (8.4" Bremsscheiben) passten.
Ab 1984 wurde mit dem Mini 25 die 4.5x12" Felge (in anderer Bauart) mit der 8.4" Bremse zum Standart für alle Minis.
Der Mini Spezial (70er) und der Mayfair Sport kamen mit 5x10" Aluminiumfelgen auf den Markt. Ab 1984 gab es mit dem Vergaser Cooper eine Minilite Alufelge der Dimension 4.5x12". Diese war bis zum Ende der Produktion in 2000 erhältlich. Wurde ab ca. 1992 oder 1993 mit Einführung des SPI in der Bauart verändert, wegen einer Neigung zu Rissen (siehe Bilder).
1996 gab es mit dem MPI erstmals 13" Alufelgen als offizielles Werkszubehör.
Eine Liste mit über 280 Felgen von 10" bis 13" mit LK 4x4" ist unter Links zu finden.
Umrüstung auf andere Felgengrößen
Allgemeines
Generell gibt es zu beachten, das bei breiteren Felgen, je nach Tieferlegung, ab 5" Breite die Radkästen beschnitten bzw. erweitert werden müssen. Der (Gesamt-)Durchmesser der Räder spielt hier eine untergeordnete Rolle. Die meisten 13" Felgen sind breiter als 5", weshalb das Gerücht entstand, man müsse nur bei 13" Felgen die Radkästen erweitern. Jedoch gilt dies auch für 10" und 12" Felgen ab gewisser Breite und Einpresstiefe.
Je nach dem wie weit die Felge aus dem Radkasten steht, muss mittels Kotflügelverbreiterungen die Lauffläche des Reifens mindestens abgedeckt sein.
Nach neuesten Verordnungen darf eine Felge auch nicht mehr breiter als der aufgezogene Reifen sein.
Je nach Baujahr des Fahrzeugs, Breite und ET der Felge ist es notwendig, an der Hinterachse die um 1" verbreiterten Bremstrommeln (inkl. längerer Radbolzen) zu verbauen, damit der Reifen nicht an Stoßdämpfer oder Rahmen/Karosserie strieft. In Extremfällen ist es nötig, beispielsweise bei strker Tieferlegung und breiten 13" Felgen (größerer Durchmesser) die hinteren Radkästen zu erweitern.
Allgemein gilt es zu beachten, dass je größer Felgendurchmesser, Einpresstiefe und ungefefederte Masse sind, die Belastung für Radlager und Achsaufhängung umso höher wird.
Von 12"/13" auf 10"
Zur Umrüstung eines Mini von 12" oder 13" Bereifung auf 10" muss die Bremseanlage an der Vorderachse geändert werden. Es muss eine Bremse mit 7,5" Bremsscheibendurchmesser verbaut werden. Alternativ gibt es 7,9" Bremsen, die aber nicht unter jede 10" Felge passen. Die Bremsanlage ann der Hinterachse passt bei ausschlieslich allen Modellen unter eine 10" Felge. Bei breiten Felgen und/oder Beitreifen wird es notwendig, hinten 'breite' Bremstrommeln zu montieren.
Problematisch kann bei einer Umrüstung von Fahrzeugen mit ausgeschnittenen Kotflügeln die Abdeckung des Reifens durch Kotflügelverbreiterungen werden, da diese wegen des ausgeschnittenen Bleches nicht mehr richtig montiert werden können ohne die Befestigungsöcher der alten (zu breiten) Verbreiterung zu verdecken. Insbesondere bei Sportspack Minis tritt dieses Problem auf da die Verbreiterungen sehr hoch angesetzt sind.
Umrüstung von 10"/12" auf 13"
Alle Werks-Bremsanlagen passen unter 12" und 13" Felgen. Zu beachten gibt es eigemtlich nur, dass bei breiten Felgen die Radkästen ausgeschnitten werden müssen. In den meisten Fällen reichen die Serienverbreiterungen nicht aus, deshalb müssen in den meisten Fällen auch andere Kotflügelverbreiterungen montiert werden.
Links
[Mini-Mayfair.net/Felgen.html] - Auflistung von über 500 Felgen für den Mini.
[Minispeed.de] - Händler mit großem Felgenangebot, mehr Felgen.
[Verbreiterungen] Liste mit vielen Kotflügelverbreiterungen

